Angriff auf Rabbiner

 Nach dem Angriff auf einen Rabbiner erschien folgende Mitteilung im arcor-newsticker. Der Leser möge selbst ein Urteil darüber fällen, ob die Bezeichnung "Scheiß Jude" VERMUTLICH oder OFFENSICHTLICH antisemitisch eingestellt war. Was für Alternativen gäbe es noch für den propalästinesischen- kollektivistischen Einheitsjargon: Vielleicht war der Angriff auch "nur" Ausdruck eines palästinensichen Freiheitskämpfers, dem keine anderen Mittel blieben, um sich gegen die zionistischen Eroberer zur Wehr zu setzen.


10.09.2007, 12:15 Uhr  
  Polizei vermutet antisemitisches Motiv für Angriff auf Rabbiner  
  Frankfurt/Main (dpa) - Der Messer-Angriff auf einen Rabbiner in Frankfurt am Main hatte aller Wahrscheinlichkeit nach einen antisemitischen Hintergrund. Nach Polizeiangaben rief der unbekannte Täter «Scheiß-Jude. Ich bring' Dich um!», bevor er dem jüdischen Geistlichen am Abend ein Messer in den Bauch stieß. Von dem arabisch aussehenden Mann fehlte noch jede Spur. Die Veröffentlichung eines Phantombildes brachte zunächst keine entscheidenden Hinweise. Dem 42 Jahre alten Rabbiner geht es nach einer Operation inzwischen besser.
 
 

 

10.9.07 13:11


Bullenschädel spalten

Der Spruch "Bullenschädel spalten" ist genauso beschissen wie der Ort, an dem man ihn angebracht hat, nämlich der Scheißhaustür im Informatikerkeller, in dem ich zusammen mit meinen Kommilitonen und (k)ubuntu die jeweiligen Übungsbögen bearbeite. Nun bin ich dazu genötigt, zu bestimmten Momenten mir diese roten Buchstaben auf weißem Grund anzusehen.

In diesem Ambiente kann auch eine solche Einstellung genährt werden. Es gibt Leute, die das typische Bild des Informatikers erfüllen - sofern sie nicht total weltfremd in einer virtuellen Welt leben -, das eines langhaarigen brillentragenden Wesens mit Rasterlocken, was irgendwo seine "linke" Meinung besitzt. Man setzt auf Datenverarbeitung und Globalisierungskritik, Linux heißt der Generalstreik der programmierenden Arbeiterklasse und es scheint, als werde hier die virtuelle Revolution geplant.

Genauso bezeichnend ist das Plakat, auf dem eine Tastatur vor dem Rotstern abgebildet ist - Agitprop im Chaos Computer Club, ein Bezug zum RAF- Emblem wird deutlich. Zugleich vollzieht sich hier eine Verharmlosung der RAF-Mörderbande. Mörder werden zu Revolutionären, Aufruf zum Polizistenmord ("Bullenschädel spalten" ist schon ein Aufruf zum Mord) zum geduldeten Akt.

An der Stelle wollen wir den Berufsrevolutionären Nachhilfe geben, nämlich dass die "ökonomischen Charaktermasken der Personen nur die Personifikationen der ökonomische Verhältnisse" (Karl Marx: Das Kapital) seien, praktisch also Polizist-Sein zwar austauschbarsein bedeutet, aber dass sich hinter jeder Funktion doch noch ein menschlicher Charakter verbirgt.

9.9.07 15:30


Die kaiserliche Botschaft - Das Verhältnis der Sozialutopie zur Wirklichkeit

Zu den bekannten Erzählungen des Schriftstellers Kafka gehört "die kaiserliche Botschaft". In ihr geht es um die Durchdringung einer majestätischen Mär bis zum letzten Untertan, kurzum dem Verhältnis vom Einzelnen zum gesamten System. Dass man dabei viele Hürden überwunden muss, um zum Individuum zu gelangen, liegt an den verschiedenen Instanzen und Zwischenstufen. In seinem Kämmerlein wartet vergeblich, aber voller Gewissheit dann der keine Mann auf den Erhalt seiner Botschaft.

Ähnlich wie der Untertan träumt auch der Sozialutopist von einer wahrhaft königlichen Mär, in der jedoch alle Königlichkeit abgeschafft ist. Es ist das Gerücht vom Kommunismus, - wobei sich die utopische Form auch beliebig variieren lässt - was sich ins Ohr des Gläubigen lispelt und ihn auf eine bessere Zukunft warten lässt. Doch gesetzt des Falls, der Gläubige erhielte die Chance, mit seiner studentischen K-Gruppe eine fünfte, sechste oder siebente Kommunistische Internationale zu errichten, in der man den jahrelangen Streit, ob man sich als trotzkistisch oder maoistisch bezeichnet, zumindest vom Ansatz her gelöst hat, dann heißt dies noch längst nicht, dass man kurz vor dem Ziel der klassenlosen Gesellschaft steht. Geschult im dialektischen Materialismus müsste er dann die Arbeiterklasse aufsuchen, die er aber nicht in den Fließbändern von Manchester findet, sondern mit guten Geld in den Gewerkschaften ihre Forderungen ausrufen. Bei all den ökonomischen Hürden, die so schwer zu überwinden sind, dass es schon leichter ist, Ikea-Möbel aufzustellen, so gibt es noch ein größeres Hindernis, das Bewusstsein der Menschen. Und eh man dies nicht umstrukturiert, wird sich keine Gesellschaft verändern.  

Und eh man sich aus dem Fenster seines bürgerlichen Zimmers hängt und mit Plakatekleben glaubt, etwas zu bewirken, sollte man eine größere Veränderung vornehmen, die Arbeit an seiner Persönlichkeit.

9.9.07 13:47


Warum bloggen?

Ein beschleunigtes Zeitgefühl zieht auch das Bedürfnis mit sich, kurz & bündig Informationen zu erhalten & zu bündeln. Während in den letzten Jahrhunderten noch Feuilleton- Nachrichten ausreichten, um schnell und rasch Inhalte zu vermitteln, so kann die Blogosphäre als eine neue Stufe angesehen werden, in kürzester Zeit Botschaften zu vermitteln. In wenigen Sekunden soll die Welt erfahren,  was im Gehirn eines Einzelnen vor sich geht. Die Presse liberalisiert sich; der Einzelne bleibt nicht mehr den Zwängen einer Zeitungsindustrie unterworfen, die Papier herstellt, verbreitet und sie dann bedruckt, er kann selbst als (un)mündiger Bürger seine Gedanken auf virtuelles Papier bringen.

Eine solche Vorstellung klingt schon sehr verlockend. Und da gerade auch diese Blogosphäre nichts weiter als eine riesige Spielfäche ist, so will ich auch in diesem Spiel einsteigen  & einfach mal mitspielen.

31.8.07 17:10


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