Bullenschädel spalten

Der Spruch "Bullenschädel spalten" ist genauso beschissen wie der Ort, an dem man ihn angebracht hat, nämlich der Scheißhaustür im Informatikerkeller, in dem ich zusammen mit meinen Kommilitonen und (k)ubuntu die jeweiligen Übungsbögen bearbeite. Nun bin ich dazu genötigt, zu bestimmten Momenten mir diese roten Buchstaben auf weißem Grund anzusehen.

In diesem Ambiente kann auch eine solche Einstellung genährt werden. Es gibt Leute, die das typische Bild des Informatikers erfüllen - sofern sie nicht total weltfremd in einer virtuellen Welt leben -, das eines langhaarigen brillentragenden Wesens mit Rasterlocken, was irgendwo seine "linke" Meinung besitzt. Man setzt auf Datenverarbeitung und Globalisierungskritik, Linux heißt der Generalstreik der programmierenden Arbeiterklasse und es scheint, als werde hier die virtuelle Revolution geplant.

Genauso bezeichnend ist das Plakat, auf dem eine Tastatur vor dem Rotstern abgebildet ist - Agitprop im Chaos Computer Club, ein Bezug zum RAF- Emblem wird deutlich. Zugleich vollzieht sich hier eine Verharmlosung der RAF-Mörderbande. Mörder werden zu Revolutionären, Aufruf zum Polizistenmord ("Bullenschädel spalten" ist schon ein Aufruf zum Mord) zum geduldeten Akt.

An der Stelle wollen wir den Berufsrevolutionären Nachhilfe geben, nämlich dass die "ökonomischen Charaktermasken der Personen nur die Personifikationen der ökonomische Verhältnisse" (Karl Marx: Das Kapital) seien, praktisch also Polizist-Sein zwar austauschbarsein bedeutet, aber dass sich hinter jeder Funktion doch noch ein menschlicher Charakter verbirgt.

9.9.07 15:30
 


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